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Geschichte der IBM in Deutschland

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1980
Bild: TCM- Chip
Bild: TCM-Chip
In Stuttgart-Möhringen wird der Grundstein für ein neues Verwaltungsgebäude gelegt - geplant für den Bereich Text- und Datensysteme, in das ab Mitte 1982 etwa 1000 Mitarbeiter einziehen. Der Prozessorkomplex IBM 3081 - mit mehr als der doppelten Leistung des bisher größten IBM Rechners - wird angekündigt. An der Herstellung der Komponenten sind die Werke Hannover und Sindelfingen maßgeblich beteiligt. Er arbeitet in einem Zeitakt von nur 26 Milliardstel Sekunde und kennt kaum noch Speichergrenzen. Herzstück des neuen Rechners ist das "Thermal Conduction Module", auf dessen Fläche von 9 x 9 cm hundert und mehr Chips gepackt werden können.

1981
Ein neuer Vertriebsweg wird eingeschlagen: in Düsseldorf, Königsallee 58, wird ein Laden eröffnet, in dem Schreibmaschinen und Zubehör angeboten werden. Der "Systemberater" wird 25 Jahre alt. Der technische Sprung von der Mechanik zur Elektronenröhre, dokumentiert durch die Installation des ersten Magnettrommel-Rechners der Type 650, für dieses Aufgabengebiet, schuf die Notwendigkeit für dieses Aufgabengebiet. Die deutsche Bundespost vergibt den Auftrag zum Aufbau des Bildschirmtext-Systems an die IBM Deutschland. Im Werk Berlin enden Schreibmaschinen- und Kopiererproduktion, um Platz für Magnetplattenspeicher zu machen. Das betriebliche Vorschlagswesen feiert den 250 000. Verbesserungsvorschlag. In Herrenberg wird der Grundstein für ein neues Schulungszentrum gelegt, das später 800 Schulungsplätze bieten soll.

1982
John R. Opel, Präsident der IBM Corporation besucht die IBM Deutschland. Das Antitrust-Verfahren der US-Regierung gegen die IBM Corporation wird eingestellt. Ihr Vorwurf, dass IBM den Universalrechner-Markt monopolisiert habe, lässt sich nicht aufrechterhalten. Das IBM Sprachspeichersystem wird angekündigt. Es ist jetzt möglich, Sprache digital zu verarbeiten, zu speichern und Nachrichten mit verschiedenen Empfängern auszutauschen, unabhängig davon, ob der Geschäftspartner gerade erreichbar ist. Die IBM Kreditbank wird gegründet. Sie ist eine 100-prozentige Tochter der IBM Deutschland und gewährt Kunden Darlehen zur Finanzierung von IBM Produkten.

1983
Bild: Lothar F.W. Sparberg
Bild: Lothar F.W. Sparberg
Der bisherige Vorsitzende der Geschäftsführung, Walther A. Bösenberg, wird Vorsitzender des Aufsichtsrats der IBM Deutschland GmbH. Sein Nachfolger ist Lothar F. W. Sparberg. In Frankfurt nimmt die IBM Deutschland Produktvertrieb GmbH ihre Tätigkeit auf. Sie ist eine 100-prozentige Tochter der IBM Deutschland. Erstmals verkaufen auch autorisierte Händler IBM Produkte. Der IBM PC ist jetzt auch auf dem deutschen Markt. Er ist ein eindrucksvolles Beispiel für die rasche Entwicklung, in der sich die moderne Mikroprozessor-Technologie befindet. Seine Erweiterungsmöglichkeit macht ihn zu einem Personal Computer, der mit steigenden Anforderungen wachsen kann.

1984
John F. Akers wird mit Wirkung vom 1. Februar 1985 zum Chief Executive Officer gewählt. Sein Vorgänger, John R. Opel, noch bis zum 31.1.1985 in diesem Amt, wird danach Chairman of the Board of Directors. Die IBM Betriebszeitung wird 50 Jahre alt. Sie war 1934 von Dr. Erwin Aikele als Werkzeitschrift mit dem Titel "Der Stromkreis" für die DEHOMAG gegründet worden und erscheint seit 1965 unter dem Titel "IBM Report".

Das Werk Berlin ist 50 Jahre alt. Die IBM Werkfeuerwehr feiert ihr 25-jähriges Jubiläum. Die IBM hat, neben dem bereits in Böblingen bestehenden, ein neues Briefing-Center in Mainz eingerichtet. Briefing-Center haben das Ziel, IBM Kunden über Konzeption, Technologie, Herstellung und Qualität der IBM Produkte zu informieren. Mitarbeiter, die mindestens 20 Jahre bei der IBM tätig und 55 Jahre und älter sind, können in den Vorruhestand treten. Mehr als 800 nehmen dieses Angebot an. Die Thermoschreibmaschine IBM 6750 und die Typenradschreibmaschine IBM 6746 und IBM 6747 kommen auf den Markt.

Bild: IBM PC/1
Bild: IBM PC/1
Die IBM fördert den Einsatz von PCs in den deutschen Gymnasien. Ein Pilotprojekt wurde mit Hilfe des Kulturministeriums in Baden-Württembergs eingerichtet. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen IBM Läden in Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, München, Nürnberg und Stuttgart wurde der achte IBM Laden in Berlin eröffnet. Inzwischen gibt es 350 autorisierte IBM PC Händler, die in einer IBM Händlerakademie zu Beratern ausgebildet werden.

In Böblingen und Mainz entstehen IBM Rechenzentren und Verwaltungsgebäude. Wie es der Zufall wollte, stieß man in Böblingen auf einen etwa 13 000 Jahre alten Mammutzahn, in Mainz auf ein etwa 1 400 Jahre altes fränkisches Gräberfeld. Der jüngste Fund wurde in Ehningen gemacht: Dort fand man eine keltische Viereckschanze aus dem 1. und 2. Jahrhundert v. Chr. Bild: Bildschirmtext
Bild: Bildschirmtext
Btx ist bundesweit im Einsatz. Eine wirkliche Pionierarbeit, die die IBM Deutschland im Auftrag der Deutschen Bundespost geleistet hat. 20 000 Teilnehmer und 3000 Anbieter nutzen bereits Btx.

1985
Die IBM Deutschland ist 75 Jahre alt. Erstmals wird ein 288-Kilobit-Chip verwendet, der sich im Werk Sindelfingen in der Mengenfertigung befindet. Der Prozessor IBM 3090 wird angekündigt. Er leistet - bei gleicher Technologie - doppelt soviel wie sein Vorgänger.

EXHIBIT heißt die große Technologie-Ausstellung der IBM, die sich an junge Leute im Alter von 16 bis 25 Jahre wendet. Sie wird bis 1987 durch 20 europäische Städte in 14 Ländern reisen. Ziel der EXHIBIT ist es, bei der jungen Generation das Verständnis für die Technik zu fördern und Ängste vor dem Computer abbauen zu helfen. Die Ausstellung wird in einem transparenten, zerlegbaren Pavillon gezeigt, der samt Inhalt in Spezialcontainern auf zweiundzwanzig 25-Tonnen-Lastzügen transportiert wird.

1986
IBM präsentiert den 1-Megabit-Chip. Auf einer Fläche von nur 7,7 x 10,5 Millimeter können 1 048 576 Bit gespeichert werden, oder einfacher gesagt: 100 Schreibmaschinenseiten. Das bedeutet ein Steigerung um das Vierfacher gegenüber dem 288-Kilobit-Chip. Die Großrechner IBM 3090 werden ab sofort mit dem neuen Chip ausgerüstet, so dass auch sie noch leistungsfähiger und wirtschaftlicher werden.

Ihr 75-jähriges IBM Kundenjubiläum feiert die Bayer AG. Bereits 1910 setzte die Bayer AG Hollerith-Maschinen der DEHOMAG ein, aus der 1949 die IBM hervorging.

Der Nobelpreis für Physik wird dieses Jahr drei Wissenschaftler vergeben. Zwei davon sind Mitarbeiter der IBM. Dr. Heinrich Rohrer und Dr. Gerd Binnig vom IBM Forschungslabor in Rüschlikon bei Zürich erhalten die Auszeichnung für ihre Arbeit auf dem Gebiet der Elektronenmikroskopie. Das von ihnen entwickelte Rastertunnelmikroskop macht es möglich, die atomare Oberflächenstruktur verschiedener Materialien zu bestimmen. Daraus lassen sich wichtige Erkenntnisse ziehen, sowohl für die Grundlagenforschung als auch für den Einsatz von bestimmten Materialien.

Auf Initiative der IBM Deutschland findet eine Leonardo-da-Vinci-Ausstellung statt. Es werden Modelle gezeigt, die nach Entwürfen des Künstlers und Wissenschaftlers aus dem 15. Jahrhundert gebaut wurden. 16 von ihnen werden zum ersten Mal in Deutschland ausgestellt.

Vom 26.-31. August treffen sich in Stuttgart die Leichtathleten zur Europameisterschaft: 1 200 Sportler aus über 30 Ländern liefern sich spannende Kämpfe. Mit Hilfe von nur 40 PCs der IBM sind alle Beteiligten immer auf dem aktuellen Stand über Wettkämpfe und Sportler.

Kunst mit dem PC zeigt die Ausstellung "Kunst am Netzwerk" in der Hamburger Kunsthalle von Dezember 1986 bis Februar 1987. Der Besucher kann seine Eindrücke zum Kunstwerk in den PC eingeben und mit den Empfindungen anderer Betrachter vergleichen.

1987
Hans-Olaf Henkel wird mit Wirkung vom 1. Januar zum Vorsitzenden der Geschäftsleitung der IBM Deutschland gewählt. Seinem Vorgänger Lothar F. W. Sparberg wird der Vorsitz des Aufsichtsrats übertragen.

Eine entscheidende Rolle bei der langfristigen Verbesserung der Gesamtauslastung der IBM spielt die IBM Hannover. Dort entsteht innerhalb der darauffolgenden drei Jahre ein Software- und Servicezentrum der IBM Deutschland.

Auf der Technologiekonferenz in New York präsentieren IBM Ingenieure das Design eines 4-Megabit-Chips, eine Erweiterung des 1-Megabit-Chips. Er ist nur 30 Prozent größer, hat aber eine viermal höhere Speicherkapazität.

Die IBM stellt die acht Modelle des neuen IBM Personal System/2 vor. Der Anwendungsbereich des Personal Computers wird durch diese Produktreihe stark ausgedehnt; ein weiterer Baustein der Informationsverarbeitung bei der IBM, die System Anwendungsarchitektur (SAA), ist geschaffen.

Wieder sind es zwei Wissenschaftler der IBM, die mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet werden. Prof. Dr. K. A. Müller und Dr. J. G. Bednorz aus dem Forschungslabor Rüschlikon erhalten den Preis für die Entdeckung von supraleitenden Materialien - eine Substanz, die, unter wesentlich höherer Temperatur als bisher bekannt, Strom ohne Verlust transportiert. Dadurch werden Anwendungen in Industrie und Technik möglich, die bisher nur mit enormen finanziellen Mitteln denkbar waren.

Die IBM wird Hauptlieferant für AMADEUS. So heißt ein Reisevertriebssystem, das von den Luftfahrtgesellschaften Air France, Iberia, Scandinavian Airlines und der Lufthansa gegründet wurde. Über dieses System werden Flugangebote, Reise- und Serviceleistungen und Platzbuchungen abgewickelt.

1988
Mit dem IBM Anwendungssystem AS/400 stellt sich eine Produktfamilie vor, die es mittelständischen Unternehmen in Industrie, Handel, Dienstleistungen und Handwerk erlaubt, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

In der Chip-Produktion des Werkes Sindelfingen/Böblingen wird die kontinuierliche Schicht eingeführt. diese so genannte "Kontischicht" wurde notwendig, um die durch Unterbrechungen im Fertigungsprozess bedingten Ausfallraten zu reduzieren.

Ein musikalisches Experiment besonderer Art sponsert die IBM während des Münchners Klaviersommers. Der berühmte Pianist Herbie Hancock spielt auf einem mit dem IBM Personal System/2 gekoppelten Konzertflügel eine Melodie. Wie von Geisterhand geführt, lässt der "Computerflügel" diese Melodie völlig authentisch wieder erklingen, während Hancock an einem zweiten Flügel darüber improvisiert.

Das erste IBM Kundenzentrum wird in Stuttgart eröffnet. Heute ist das IBM Forum eine Kombination aus Ideenforum, Denkfabrik, Diskussionsrunde und Demonstrationszentrum.

Das wissenschaftliche Zentrum der IBM in Heidelberg feiert sein 20-jähriges Bestehen mit einem im Heidelberger Schloss durchgeführten Symposium über die Verarbeitung natürlicher Sprachen durch Computer.

Erstmalig wird das mobile IBM 4381 Vorsorgerechenzentrum direkt für Kunden eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen Bereitstellungsservice zur Informationssicherung in Not- und Katastrophenfällen, aber auch bei Umzügen oder Umbauten

1989
Bild: 4 Megabit-Chip Serienproduktion
Bild: 4 Megabit-Chip
Serienproduktion
Zwischen der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und IBM Deutschland wird ein bisher einmaliger Kooperationsvertrag auf dem Gebiet des Supercomputing geschlossen. Der in Aachen installierte Supercomputer soll unter anderem für die Erforschung des Verhaltens von Flugkörpern im All eingesetzt werden.

Bei der KUMATRONIK Automatisierungs-Systeme GmbH, in Oberteuringen bei Friedrichshafen, beteiligt sich die IBM Deutschland erstmals direkt an einem Unternehmen. Diese neue Form von Partnerschaft erweitert das Angebot an kundenspezifischen CAM-Anwendungslösungen.

Die Magnetplattenspeichereinheit IBM 3390, weltweit der größte und schnellste Plattenspeicher für Großrechner, wird angekündigt. Die Speicherkapazität von 22,7 Milliarden Byte fasst ein Datenvolumen, für das im Vergleich etwa 30 000 PC-Disketten nötig sind.